Die Wirtschaftsleistung des Euroraums ist im 4. Quartal 2011 um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gefallen. Der Rückgang war damit nicht ganz so stark wie vom Markt mit 0,4% erwartet. Wir hatten dagegen lediglich mit einem Minus von 0,2% gerechnet. Im Vergleich zum 4. Quartal 2010 legte das BIP um 0,7% zu. Für das gesamte Jahr 2011 ergab sich ein EWU-BIP-Wachstum von 1,5%.
Die wirtschaftliche Entwicklung war im 4. Quartal in fast allen EWU-Staaten schwach, bei allerdings großen Unterschieden. In Deutschland gab das BIP um 0,2% nach. Positive Impulse kamen dabei nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes von den Investitionen, insbesondere den Bauinvestitionen. Dagegen hatte der Außenhandel einen negativen Effekt auf die Wirtschaftsentwicklung. Auch die Konsumausgaben waren leicht rückläufig.
Gegensätzlich war die Entwicklung in den beiden anderen großen EWU-Ländern. In Frankreich stieg das BIP um 0,2%. In Italien gab es dagegen im Vorquartalsvergleich kräftig um 0,7% nach. Nachdem Italien bereits im 3. Quartal einen Rückgang der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen hatte, befand sich das Land im 2. Halbjahr 2011 in einer Rezession. Diese droht auch dem Euroraum, da das BIP im laufenden Quartal nochmals sinken könnte.
Allerdings rechnen wir nach wie vor nur mit einem leichten Rückgang des EWU-BIPs. Ab dem kommenden Frühjahr dürfte sich die Konjunktur wieder beleben. Die Rezession, in der der Euroraum derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit steckt, sollte somit kurz und milde ausfallen.
Quelle: Postbank
externer Redakteur
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