Die Ratingagentur Moody’s hat in der Nacht zum Dienstag die Bonität mehrerer Länder der Eurozone heruntergestuft. Die Bonitätswächter senkten die Kreditwürdigkeit von Italien um eine Stufe von A2 auf A3. Die Bewertung Spaniens sank um zwei Ränge von A1 auf A3. Portugal, Malta, die Slowakei und Slowenien wurden in ihrer Bonität ebenso um je einen Rang herabgestuft.
Für Frankreich wurde der Ausblick auf negativ gesetzt. Auch Österreich hat jetzt einen negativen Ausblick, wobei das Rating bei „AAA“ verblieb. Großbritannien behielt sein „AAA“-Rating, erhielt aber ebenso einen negativen Ausblick. Bereits vor einem Monat hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) das Rating zahlreicher Länder des Euroraums reduziert. S&P hat gestern Abend zudem die Kreditwürdigkeit für fünfzehn spanische Banken gesenkt.
Trotz der Herabstufungen zeigte sich Moody's durchaus optimistisch. „Wir glauben, dass die Eurozone als Ganzes über eine beträchtliche wirtschaftliche und finanzielle Stärke verfügt“, so die Aussage. Man gehe nicht davon aus, dass Deutschland, die Niederlande oder Finnland unter Druck geraten werden.
"Der Euro scheint verwundbar. Die Herabstufungen könnten eine Korrektur beim Euro auslösen“, zitierte Reuters Chris Gothard, Devisen-Chefstratege bei Brown Brothers Harriman in Hongkong.
Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar an Boden verloren. EUR/USD notiert bei 1,3159. Widerstand liegt beim Hoch der letzten Woche bei 1,3321. Oberhalb dieses Bereichs liegt Widerstand bei rund 1,3500 (200-Tagelinie). Das Tagestief vom letzten Dienstag bei 1,3085 stellt die nächste größere Unterstützung.
Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.
Jens Lüders
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