Die Bonitätswächter von Moody’s haben das Rating von Slowenien am späten Donnerstagabend um drei Stufen von A2 auf Baa2 reduziert. Das Rating liegt damit nur noch zwei Stufen über dem Ramschstatus. Der Ausblick ist negativ, so dass mit einem weiteren Downgrade gerechnet werden muss.
Die Ratingagentur führte das instabile Bankensystem und eine gestiegene Anfälligkeit für externe Schocks als Grund für die Maßnahme an. Die slowenischen Banken würden auf faulen Krediten in Milliardenhöhe sitzen, für die der Steuerzahler einstehen müsse. Es bestehe ein beschränkter Zugang zu den Finanzmärkten. Die drei größten Banken des Landes würden unter Umständen Finanzhilfen in Höhe von zwei bis acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) benötigen.
Problematisch seien zudem die stark gestiegenen Renditen der slowenischen Staatsanleihen, was die Refinanzierungskosten stark erhöht. Aufgrund des schwachen Wirtschaftswachstums werde die Maastricht-Grenze beim Budgetdefizit in Höhe von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung trotz Sparmaßnahmen im laufenden Jahr mit erwarteten 3,5 Prozent wohl wieder verfehlt werden.
EUR/GBP notiert bei 0,7848. Bei 0,7755 hat sich ein Verlaufstief gebildet, das die nächste Unterstützung stellt. Widerstand liegt bei 0,7910 (gestriges Hoch) und dann bei 0,8042 (Hoch vom 5. Juli).
Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.
