• Am vergangenen Donnerstag hat die europäische Bankenaufsicht (EBA) eine vorläufige Einschätzung zu den Kapitalbeschaffungsplänen aller 31 betroffenen Banken veröffentlicht. Die EBA hatte nach einem erneuten Test im Herbst vergangenen Jahres einen zusätzlichen Kapitalbedarf in Höhe von EUR 114,7 Mrd. ermittelt. Getestet wurden damals 71 Banken (inkl. der 6 griechischen Banken und jenen die sich beispielsweise schon in einem Restrukturierungsprozess befinden – Öesterreichische Volksbank, Dexia, WestLB). Für die bei der EBA im Fokus stehenden restlichen Banken beläuft sich der ermittelte Kapitalbedarf auf EUR 78 Mrd.
• Der Meldung zufolge werden die Banken die Anforderungen (9% harte Kernkapitalquote bei zeitgleicher Annahme, dass alle Staatsanleihen auf die Höhe der aktuellen Marktwerte abgeschrieben würden) aggregiert um annähernd 26% übererfüllen. Damit verschaffen sich die Institute zusätzlich Luft: Zum einen für den Fall, dass sich nicht alle Maßnahmen umsetzen lassen und zum anderen für unerwartete Vorkommnisse, die zu Lasten des Eigenkapital gehen könnten.
• Die Institute beabsichtigen die Kapitallücke vorwiegend durch eine direkte Kapitalmaßnahme (96% der Lücke) aufzubringen. Dies entspricht 77% der insgesamt geplanten Maßnahmen. Von den direkten Kapitalmaßnahmen entfällt der größte Anteil auf Kapitalerhöhungen sowie die Bildung von Reserven, die Umwandlung von Hybridkapital in Equity und die Einstellung von Überschüssen in die Gewinnrücklage.
• Negative Auswirkungen auf die Kreditvergabe, wie anfangs von der EBA befürchtet, erwartet die Aufsichtsbehörde nicht. Entsprechend rechnet man in London auch nicht mit größeren Belastungen für die Realwirtschaft. Diese Annahme resultiert daraus, dass nur 23% des gesamten Betrages der Kapitalmaßnahmen auf den Abbau risikogewichteter Aktiva entfallen.
• Ob die Pläne der Banken jedoch auch tragfähig und umsetzbar sind, haben nun die nationalen Aufsichtsbehörden in Kooperation mit der EBA zu prüfen. Dies soll im Februar erfolgen, so dass die Banken mit einer Rückmeldung von den nationalen Aufsichtsbehörden Anfang März rechnen können. Bis Ende Juni 2012 sind die Vorgaben dann umzusetzen.
• Den nächsten EU-weiten Stresstest hat die EBA nun erst für 2013 angekündigt.
Quelle: Nord/LB
externer Redakteur
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