Durch erwartetes Fed-Billionen-Kaufprogramm könnte Inflation ausufern

Kategorie: US-Markt News | Trackbox US | Top-Artikel | Datum: 26.10.2010

New York (BoerseGo.de) - Der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke führt die Federal Reserve vermutlich zum zweiten Mal seit seinem 2006 erfolgten Amtsantritt in ungewisses Territorium. So ist anhand von Kommentaren von Seiten der Federal Reserve in den vergangenen Wochen davon auszugehen, dass der von Bernanke geleitete Offenmarktausschuss in der nächsten Woche einen neuen Start für eine Serie umfangreicher Käufe von Wertpapieren ankündigt. Die Notenbank entschloss sich bereits zuvor in mitten der Finanzkrise zur Installierung eines 1,7 Billionen Dollar schweren Kaufprogramms, um damit die Wirtschaft aus der Rezession zu führen.
Das mittels einer neuen Geldlockerung erklärte Ziel der Notenbank umfasst neben einer Ankurbelung des Wirtschaftswachstums eine Steigerung der Inflationsrate und die Reduzierung realer Kreditkosten. Auf diesem Weg soll der Konsument zu stärkeren Ausgaben verleitet, die Arbeitslosigkeit gesenkt und die Wirtschaft zum Anspringen gebracht werden. Die Schätzungen für das neue Kaufprogramm bewegen sich zwischen 1 und 2 Billionen Dollar. Goldman Sachs geht etwa davon aus, dass der Offenmarktausschuss im Rahmen der zwischen 2. und 3. November stattfindenden Zinssitzung das voraussichtlich neue Kaufprogramm mit der Ankündigung zum Startschuss bringt, wonach zunächst der Ankauf von 500 Milliarden Dollar in Planung steht. Daraus resultiert jedoch gemäß einem weiteren Bericht von Bloomberg die Gefahr, dass die Notenbank eine Inflation anheizt, deren Steuerung in der Folge nur mehr schwer kontrollierbar ist.

 Aus einer beabsichtigten Senkung der realen Zinsen und einer zum Ziel gesetzten Brechung der Psychologie unter Konsumenten, wonach ein Kauf am heutigen Tag als schlechteres Unterfangen gilt, zumal die Waren möglicherweise am nächsten Tag bereits wieder billiger sind resultiert unter Berufung auf den Miller Tabak & Co.-Chefökonomen Dan Greenhaus die Hoffnung auf eine entsprechende Belebung des Wachstums und Erholung am Arbeitsmarkt. Dabei gebe es das Risiko für die Entstehung eines  Inflationszenarios das möglicherweise mit dem Ende der 70er-Jahre vergleichbar ist. Die damit verbundene Erwartung einer Schwächung des Dollars könne der Wirtschaft einen positiven Impuls verschaffen. Gemäß dem von Macroeconomic Advisors LLC erstellten Modell wird die Wirtschaft im Falle eines 10 Prozent-Wertverlusts des Dollars im ersten Halbjahr 2011 ihr Wachstum voraussichtlich über den Trendbereich beschleunigen, wodurch Inflation und Beschäftigung auf das von der Notenbank angepeilte Ziel entgegen steuern.
Bild: ©www.flickr.com/ZeroOne

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