Die BRIC-Staaten und die Rohstoffmärkte

Kategorie: Kolumnen Rohstoffe Extern | Datum: 09.09.2010

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BRIC – Ein Kürzel, dass 2001 erstmalig von Chefökonom Jim O'Neill verwendet wurde, gilt heute als das Label für die Gruppe der vier weltweit größten Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China. Geographische und kulturelle Unterschiede prägen zwar die Nationen, eines ist ihnen jedoch gemein. Zusammen gelten sie unter Volkswirten und Finanzakteuren als der Inbegriff der wohl hoffnungsvollsten aufstrebenden Wachstumsmärkte weltweit. Sie stellen die Heimat für rund 40 Prozent der Weltbevölkerung und folglich knapp 3 Milliarden Menschen dar. Der riesige Binnenkonsum einerseits in Verbindung mit dem Streben nach Wachstum und Innovationen andererseits förderten den immensen Rohstoffhunger der BRIC-Staaten über die letzten Jahrzehnte und ließen sie folglich zu den mit unter dominantesten Spielern auf der Nachfrageseite der Rohstoffmärkte mutieren. Insbesondere China, als die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt ist für seine hohen Importquoten von Industriemetallen und Agrarrohstoffen bekannt. Auf der anderen Seite eröffnete die weltweite Globalisierung und Internationalisierung den Ländern die Möglichkeit günstig für den Weltmarkt zu produzieren und somit auch die Angebotsseite entscheidend zu beeinflussen. So gilt Brasilien beispielsweise als der größte Lieferant für Eisenerz und als Hauptanbaugebiet für Zucker. Russland versorgt ganz Westeuropa mit Erdgas und zeichnet sich durch seine riesigen Ölreserven aus. Beide gehören schon heute zu den weltweit wichtigsten Rohstofflieferanten. China hat sich hingegen im Laufe der Zeit immer stärker als Produktionsstandort etabliert, was vor allem auf die hohe Anzahl relativ gut ausgebildeter Arbeiter und das niedrige Lohnniveau zurückzuführen ist. Während das Reich der Mitte aus diesem Grund immer wieder als die Werkbank der Welt gehandelt wird, gilt Indien aufgrund seines Fokus auf IT-Dienstleistung wiederum als die Denkfabrik der technologischen Welt. Steigende Bevölkerungszahlen und hohe wirtschaftliche Wachstumsraten der Länder lassen hinsichtlich der Entwicklungen bislang keine Trendwende erkennen. Ganz im Gegenteil, denn da die vier BRIC-Staaten die internationale Finanzkrise viel besser wegzustecken scheinen als ihre industrialisierten Gegenspieler, liegt die Vermutung nahe, dass sie zukünftig in verstärktem Ausmaß für das weltweite Wirtschaftswachstum verantwortlich sein werden. Nachfrage und Angebot werden vor diesem Hintergrund somit eher noch weiter steigen. Dass auch die Rohstoffmärkte von den zukünftigen Entwicklungen der BRIC-Staaten immer stärker beeinflusst werden, ist wohl unbestritten.

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Über den Autor:

Andreas Kotula,
Externer Redakteur

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