Brüssel (BoerseGo.de) – Ein zweites Krisenpaket für Griechenland unter Beteiligung privater Investoren wird immer wahrscheinlicher. Wie EU-Diplomaten am Donnerstag am Rande des Brüsseler Krisengipfels berichteten, habe sich Deutschland mit seiner Position in der Sache weitgehend durchgesetzt.
Im Gegenzug werde der Aktionskreis des Euro-Krisenfonds EFSF erweitert. Dem EFSF werde es demnach künftig auch gestattet sein, Staatsanleihen der schuldenbelasteten Euroländer aufzukaufen. Die von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy favorisierte Bankensteuer werde allerdings zunächst nicht weiter verfolgt.
Für das zweite Hilfspaket für Griechenland ist derzeit ein Volumen von 120 Milliarden Euro im Gespräch. Im vergangenen Jahr hatte das Land bereits ein Paket von 110 Milliarden Euro aus internationalen Kreditzusagen erhalten.
Bei dem neuen Paket war die Beteiligung privater Investoren stark umstritten, da eine negative Reaktion der Rating-Agenturen befürchtet wird. Diese könnten, so die Gegner, die Beteiligung von Banken als Zahlungsausfall („default“) bewerten, was wiederum verheerende Folgen für den Finanzmarkt haben könnte. Allerdings hat man sich jetzt auf eine freiwillige Beteiligung geeinigt. Die neuen Bonds könnten vom EFSF garantiert werden.
Susanne Schulz
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