Eschborn/ Frankfurt (BoerseGo.de) - Die Deutsche Börse will ihre Aktionäre nach der gescheiterten Fusion mit der New Yorker NYSE Euronext mit einer höheren Dividende bei Laune halten. Wie der Frankfurter Börsenbetreiber am Montagabend mitteilte, soll für das vergangene Jahr eine Dividende von 3,30 Euro je Titel ausgeschüttet werden.
Darin enthalten sei eine Sonderdividende in Höhe von einem Euro je Aktie, hieß es. Die reguläre Ausschüttung werde auf 2,30 Euro angehoben. Der Aufsichtsrat und die Aktionäre müssen dem Dividenden-Vorschlag allerdings noch zustimmen. Darüber hinaus plane der Vorstand für das zweite Halbjahr 2012 Aktienrückkäufe. Sie sollen einen Umfang von bis zu 200 Millionen Euro haben, teilte die Deutsche Börse weiter mit.
2011 konnte der Börsenbetreiber dank der gestiegenen Handelsaktivität infolge der Euro-Krise seinen bereinigten Gewinn um 15 Prozent auf 833 Millionen Euro anheben. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 2,23 Milliarden Euro nach oben. "2011 haben wir die besten Umsatzerlöse in der Unternehmensgeschichte nach dem Rekordjahr 2008 erzielt", sagte Konzernchef Reto Francioni. Das Zahlenwerk blieb allerdings hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die Vorbereitungen für den Zusammenschluss mit der NYSE zum weltgrößten Börsenbetreiber haben rund 110 Millionen Euro gekostet.
Im vierten Quartal 2011 kletterte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 16 Prozent auf 256,2 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 0,91 Euro. Der Spartenumsatz stieg um vier Prozent auf 541,4 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Umsatz von 535 Millionen Euro und einem EBIT von 268,6 Millionen Euro gerechnet.
Francioni unterstrich am Montag, dass große Übernahmen auf absehbare Zeit nicht auf seiner Agenda stehen. "Unser Ausblick für 2012 ist positiv. Die Position der Deutschen Börse soll nun in kleinen Schritten ausgebaut werden“, bekräftigte er. "Wir setzen nun unsere Wachstumsstrategie mit erhöhtem Tempo fort und greifen unregulierte und unbesicherte Märkte an, weiten unsere Führungsrolle bei Technologie und Marktdaten aus und streben weitere Partnerschaften mit Infrastrukturanbietern und Kunden in wachstumsstarken Bereichen und Regionen an", erläuterte Francioni. Der Börsen-Chef will die Details seiner künftigen Strategie auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag vorstellen.
Bernd Lammert
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