Frankfurt (BoerseGo.de) – Die Deutsche Bank hadert mit dem Schweizer Generikahersteller Actavis. Zwar stehe der Verkauf der Firma unmittelbar vor dem Abschluss, doch dafür müsse die Deutsche Bank im ersten Quartal 400 Millionen Euro abschreiben, berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf "mit den Vorgängen vertraute Kreise".
Bereits im vergangenen Jahr schlug die Beteiligung an Actavis der Deutschen Bank ins Kontor. Das Ergebnis wurde dadurch mit insgesamt 457 Millionen Euro belastet. Bloomberg zufolge dürfte die erneute Abschreibung bei der Veröffentlichung des Quartalsberichts am kommenden Donnerstag bekanntgegeben werden. Sie hänge mit einem Milliardenkredit an den Generikahersteller Actavis zusammen, der an den US-Wettbewerber Watson Pharmaceuticals verkauft werden soll.
Das US-Unternehmen soll zwar den Zuschlag bekommen, aber zu einem für die Deutsche Bank letztlich ungünstigen Preis. Der Kaufpreis liegt nach Angaben von Bloomberg mit 4,5 Milliarden Euro am unteren Ende der erhofften Spanne zwischen 4,5 und 5,5 Milliarden Euro. Die beteiligten Unternehmen wollten dazu laut Bloomberg keinen Kommentar abgeben.
Die Forderungen der Deutschen Bank in Höhe von bis zu 5 Milliarden Euro an den Generikahersteller gehen auf das Jahr 2007 zurück. Damals lieh das Frankfurter Institut dem isländischen Investor Björgolfur Thor Björgolfsson Milliarden für den Kauf von Actavis. Seit Björgolfsson beim Zusammenbruch des isländischen Bankensystems viel Geld verlor, wird der Generikahersteller de facto von der Deutschen Bank kontrolliert.
Bernd Lammert,