London (BoerseGo.de) - Berlin und Paris setzen sich einem Pressebericht zufolge für eine Lockerung der Kapitalregeln für Banken ein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein französischer Amtskollege Francois Baroin hätten die Befürchtung, dass die Institute wegen der strengen Regeln ihre Kreditvergabe zu sehr einschränken und damit den Unternehmen den Geldhahn zudrehen, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf ein gemeinsames Papier der beiden Minister.
Schäuble und Baroin wollten sich zudem dafür einsetzen, wichtige Elemente der Basel-III-Vorschriften abzumildern, schreibt die Zeitung weiter. Demnach solle die obligatorische Veröffentlichung der Verschuldungsquote um drei Jahre aufgehalten werden.
Die Banken müssen weltweit ab 2013 die Basel-Regeln einhalten, die den Anlegern mehr Vertrauen in die Stabilität der Institute geben sollen. Mit dem neuen internationalen Kapitalvorschriften (Basel III) werden Konsequenzen aus der Finanzkrise gezogen: Ziel ist es, dass Finanzsystem insgesamt zu stabilisieren. Basel III verpflichtet Banken, sieben Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva als hartes Kernkapital (Aktien und Gewinnrücklagen) vorzuhalten. Bisher liegt die Quote bei vier Prozent. Sogenannte systemrelevante Institute müssen 9,5 Prozent hartes Kernkapital vorweisen.
Bernd Lammert
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