Tradern ist der Flash-Crash vom 6. Mai 2010 noch heftig in Erinnerung. Der Dow Jones Index sank damals innerhalb von sechs Minuten um 9%. Eine Flut von Verkaufsorders durch computergestützte Handelsprogramme trug hauptsächlich dazu bei. Das hat viele Menschen um viel Geld gebracht.

Ein Flash-Crash ist der Dreh- und Angelpunkt von »Angst« (Bild: Heyne-Verlag)
Denn um die Hintergründe zu verstehen, hat sich Harris intensiv mit Hedgefonds befasst. Ort des Geschehens ist Genf. Die Nähe zu dem schweizer Wissenschaftszentrum CERN ist bewusst gewählt. Dort entwickelte Formeln, um die Finanzwelt besser zu verstehen, dienen schließlich im Roman dazu, nur einem einzigen Hedgefonds zu Milliarden-Gewinnen zu verhelfen.
Es ist das alte Dilemma der Wissenschaft. Viele Entwicklungen wurden gemacht, damit sie der Menschheit dienen. Aber sie können eben auch zweckentfremdet werden. Die Atom-Spaltung – brachte Atomkraftwerke, aber auch die Atombombe.
Und der Computerfortschritt brachte in der Finanzindustrie das Monster Hochfrequenzhandel. Problem ist – das deutet Harris in seinem Roman an – dass das Monster noch nicht gezähmt ist. »Man wird wohl all die Regulierungsmaßnahmen wieder aktivieren müssen, die in den vergangenen 20 Jahren gestrichen wurden«, sagt Harris in einem Interview mit der »Euro am Sonntag«.
Für Profi-Trader mag das Buch aus dem Heyne-Verlag möglicherweise zu seicht sein. Aber Harris will logischerweise die breite Masse ansprechen, und für die ist es für 19,99 Euro allemal eine spannende und fesselnde Lektüre. Und über die Zusammenhänge und Hintergründe von Hedgefonds erfährt jeder etwas Neues – auch ein Profi. Das Buch gibt es auch als Hörbuch, Audio-CD und eBook. (eh)
Engelbert Hörmannsdorfer,
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Kommentare (1)
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justbond55 schrieb am 21.01.12 um 00:18 Uhr:
Ein sehr spannendes Buch. Ich habs in 3 Tagen regelrecht gefressen.