„Das heiße Geld ist nun draußen aus dem russischen Markt“

Kategorie: Fundamentalanalyse / Research | Asien-News | Top-Artikel | Datum: 20.02.2009

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Die massiven Kursverluste, welche russische Aktien im Vorjahr hinnehmen musste, haben auch die Russland-Fonds gezeichnet. Die Bilanz bei den 15 in Deutschland offiziell zum Vertrieb zugelassenen Produkten dieser Kategorie ist dadurch tiefrot gefärbt. Selbst auf Sicht von drei und fünf Jahren weisen die Russland-Fonds nun Minuszeichen auf. Allerdings gibt es nur fünf Fonds, die überhaupt über so eine lange Existenz verfügen. Am besten hat sich dabei der Baring Russia Fund (ISIN: LU0073418229, 24,71 Dollar) geschlagen. Nachfolgend lesen Sie, wie Co-Fondsmanager Matthias Siller die Lage an den russischen Finanzmärkten derzeit beurteilt.

Herr Siller, verglichen mit anderen Russlands Fonds hat sich der Barings Russia Fonds gut geschlagen in den vergangenen fünf Jahren. Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren?

Zum Erfolg verhilft uns erstens ein aktiv gelebter Research und Asset Allocation Prozess mit Fokus auf unserem "Growth at a reasonable Price" Ansatz. Zweitens hilft uns die Bottom-up Coverage des Anlageuniversums unter Einbeziehung folgender Faktoren auf Einzelaktienebene:
a) Wachstumspotential
b) Liquidität: Finanzkraft des Unternehmens, Cashreserven, Gearing, aber auch: Liquidität der Aktie am Aktienmarkt
c) Management: Bewertung des Managements anhand Abgleich der historischen Performance in Bezug auf Unternehmenskennzahlen. Unternehmensbesuche werden dokumentiert und Aussagen des Managements festgehalten, das ermöglicht eine ex-post Betrachtung der Managementleistung.
d) Währungseffekte: Inwiefern ist das Unternehmen Währungsrisiken ausgesetzt?
e) Bewertung im absoluten (Zielpreis) und relativen (Peer-Group) Vergleich 

Wie würden Sie allgemein die verfolgte Anlagephilosophie beschreiben?

Neben dem, was ich dazu bereits in der ersten Frage beantwortet habe, versuchen wir zusätzlich festzustellen, wo wir von Marktkonsens abweichen. Wir sind der Meinung, dass "Überraschungen" positiver und negativer Natur vom Markt mit Out- / bzw. Unterperformance beantwortet werden. Genau dann gibt es hohes Potential zur Alphagenerierung. Ein starkes Team von fünf Professionals (auf der Emerging Europe Aktien - Seite) in Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Teams (Global Emerging Markets, Commodities) gibt uns die Möglichkeit tiefes Unternehmenswissen aufzubauen.

Wir sehen "Halbwissen" als sehr gefährlich an und verwenden einen Großteil unserer Zeit damit, Unternehmenssensitivitäten und Geschäftsmodelle grundlegend zu begreifen. Dieses Wissen ermöglicht uns die "Unfallsrate" (plötzliches Auftauchen von vorher nicht bekannten Unternehmens- und Bewertungsrisiken) niedrig zu halten und gibt uns das notwendige Vertrauen in unsere Arbeit, um bei starken Kursschwankungen Aktien mit Investmentpotential von Underperformern zu unterscheiden und aktive Entscheidungen zu treffen. Wir gehen davon aus dass die Gesamtheit unserer Bemühungen uns die Möglichkeit gibt, im semi-effizienten Marktumfeld der Emerging European Markets durch aktive Asset Allocation Outperformance zu erzielen.       
 
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Wie wird sich aus Ihrer Sicht in diesem Jahr die Konjunktur in Russland entwickeln? Und auf welchen Ölpreisprognosen basieren Ihre Vorhersagen? Seite (1/3)
Bild: ©iStockphoto.com/MCCAIG

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Über den Autor:

Jochen Stanzl,
Redakteur

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