DJ XETRA-FRÜH/DAX traut dem griechischen Frieden nicht
FRANKFURT (Dow Jones) - Am deutschen Aktienmarkt wird zum Wochenschluss mit einer leichteren Eröffnung gerechnet. Die Finanzmärkte trauten dem Frieden nicht, heißt es aus dem Handel. Zwar haben sich die griechischen Koalitionäre am Donnerstag auf Sparmaßnahmen geeinigt. Die Euro-Finanzminister gaben für ein neues Hilfsprogramm aber noch kein grünes Licht. Ehe neue Milliarden fließen, wollen sie konkrete Beweise dafür, dass Griechenland seine Reformversprechen auch umsetzt. Der XDAX notiert rund 0,7 Prozent leichter bei 6.733 Punkten.
Die Finanzminister der Eurozone planen nun ein neues Treffen am Mittwoch. Griechenlands Parteien seien immer noch eine schriftliche Zusage schuldig, dass sie auch nach den Wahlen im April die bisher gemachten Reformversprechen einhalten werden, mahnte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Zudem muss das griechische Parlament den Beschlüssen am Wochenende noch zustimmen.
Von einem Befreiungsschlag kann also nach wie vor keine Rede sein. Der DAX dürfte also weiter um die Marke von 6.800 Punkten pendeln. "Es scheint als seien die Märkte in Wartestellung gegangen", sagt Stan Schamu, Marktstratege bei IG Markets in Sydney. "Vor der Abstimmung im griechischen Parlament dürfte sich heute an den Börsen nicht viel bewegen", sagt auch Mitul Kotecha von der Credit Agricole.
Impulse könnten am Nachmittag vom Index der Universität Michigan für die Verbraucherstimmung in den USA ausgehen, daneben wird die Handelsbilanz der USA veröffentlicht.
Nachdem die Quartalszahlen etlicher europäischer Blue-Chips am Donnerstag noch für viel Bewegung an den Aktienmärkten gesorgt hatten, herrscht am Freitag weitestgehend Ruhe. Für Belastungen im Stahlsektor könnte eine negative Branchenstudie von Nomura sorgen. Das Haus hat den europäischen Sektor auf Neutral von Bullish abgestuft. Der europäische Stahlsektor habe zuletzt deutlich zugelegt und sich von den Tiefs im November um rund 45 Prozent erholt, sagt Nomura. Die Analysten sehen daher kaum noch Kurspotenzial. Für ThyssenKrupp geht es im Frankfurter Handel um 1,2 Prozent abwärts.
Aktien von Fraport legen um 0,3 Prozent zu. Insgesamt etwas besser als erwartet lautet das Urteil aus dem Handel zu den Verkehrzahlen des Flughafenbetreibers. Als hilfreich habe sich der zumindest bis zum Erhebungszeitraum milde Winter erwiesen, sagt ein Händler. Der Rückgang im Cargo-Geschäft sei erwartet worden, zudem sei die Sparte nur von untergeordneter Bedeutung für das Unternehmen.
Im breiteren Markt könnten die Zahlen von Süss Microtec stützen. Die Zahlen werden im Handel in einer ersten Einschätzung als "rund um gut" eingestuft. Die Aktie ist seit Jahresbeginn mit einem Plus von 46 Prozent allerdings bereits sehr gut gelaufen. Daher sei fraglich, ob die Zahlen der Aktie einen weiteren positiven Impuls geben können, merkt ein Händler jedoch an.
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