DJ XETRA-MITTAG/DAX nimmt Auszeit nach Klettertour
FRANKFURT (Dow Jones) - Der deutsche Aktienmarkt pendelt am Freitagmittag um den Vortagesstand. "Das ist eine Verschnaufpause auf hohem Niveau", sagt ein Händler. Dies liegt nahe, denn am Vortag war der DAX auf den höchsten Stand seit Anfang August gestiegen. Der DAX steigt gegen 13.08 Uhr um 0,1 Prozent oder 5 auf 6.545 Punkte.
Manch einer denkt nun auch wieder an die Schuldenkrise. Griechenland ist noch längst nicht gerettet und sorgt weiterhin für Verunsicherung. Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, hat nun als erster Regierungschef einen Schuldenerlass für Griechenland durch die Euro-Länder ins Gespräch gebracht. Wenn eine Einigung mit den privaten Gläubigern erzielt sei, "wird sich auch der öffentliche Sektor fragen müssen, ob er nicht Hilfestellung leistet", sagte Luxemburgs Ministerpräsident zur österreichischen Zeitung Standard.
Gute Daten zum US-Wirtschaftswachstum, das am Nachmittag veröffentlicht wird, könnten allerdings einen neuen Aufwärtsschub in Gang setzen. Die Wirtschaftstätigkeit der noch größten Volkswirtschaft der Welt dürfte im vierten Quartal annualisiert um drei Prozent zugenommen haben.
Technische Analysten gestatten dem DAX eine Auszeit. "Nach dem Ausbruch aus der letzten Konsoldierungsformation wäre sogar ein Rücksetzer bis 6.400 kein Beinbruch", meint ein Experte. An der intakten Aufwärtsdynamik würde dies nichts ändern.
In der Europäischen Union sind im letzten Monat des alten Jahres die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen gestiegen. Wie der Europäische Verband der Automobilhersteller (ACEA) mitteilte, wurden im Dezember 166.739 oder 7,5 Prozent Nutzfahrzeuge mehr erstmalig zugelassen als im Vorjahresmonat. Im Gesamtjahr 2011 stieg die Zahl der neu registrierten Transporter, Lkw und Busse um 9,9 Prozent im Vergleich zu 2010. Der Markt für Nutzfahrzeuge liegt damit aber immer noch um ein Fünftel unter dem Vorkrisenniveau. Auch die Hersteller halten sich bedeckt. Am Dienstag hatte MAN-Finanzvorstand Frank Lutz gesagt, 2012 nur noch ein gebremstes Wachstum zu erwarten. MAN steigen um 0,5 Prozent auf 82,30 Euro.
Dagegen schöpfen Lufthansa ihr Nachholpotenzial nach der Einigung im Tarifstreit mit der Gewerkschaft aus und legen um 2 Prozent auf 10,95 Euro zu. Gleiches gilt für die Rücklichter des deutschen Aktienmarkts, die Versorger. RWE legen um 1,4 Prozent auf 28,88 Euro zu, E.ON steigen um 1,3 Prozent auf 16,62 Euro. Heidelberger Cement geben indes nach dem vorherigen Anstieg um 1,6 Prozent auf 38,71 Euro nach.
ThyssenKrupp verlieren 0,3 Prozent auf 22,06 Euro. Der Stahlkocher hat bestätigt, in der kommenden Woche eine Aufsichtsratssitzung abzuhalten. Auf ihr soll der Verkauf der Edelstahlsparte an die finnische Outokumpu besprochen werden.
Wacker Chemie, ein Kellerkind des MDAX, erholen sich nach den schwachen Zahlen des Vortages um 4,8 Prozent auf 68,81 Euro. Die Bilanz der vergangenen Monate bleibt indes eine Katastrophe, mussten für die Aktie im Mai des Vorjahres doch noch über 174 Euro hingeblättert werden.
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