DAX/Wall Street Weekend Report: Ready to Rock and Roll
Kategorie: US-Markt News | DAX - MDAX - TecDAX News | Marktberichte | Trackbox US | Wallstreet Closing Bericht Gerhard Maier | Top-Artikel | Datum: 11.06.2010
Dow Jones Average: Chindonesia boomt
Bank of America bewegte sich von $15,35 auf $15,60. Glaubt man Rochedale Securities-Analyst Dick Bove steht der Konzern vor einer Restrukturierung. Nach dem Vorbild der Citigroup verkaufe der Finanzkonzern noch mehr Vermögensbestandteile und werde dabei kleiner, glaubt Bove. Derzeit sei der Verkauf der Bank Itau Unibanco und Grupo Financiero Santander geplant, außerdem das Aktien-Portfolio, zusammen $9 Mrd. wert. Laut Bove kämen weitere Verkäufe hinzu.
Boeing kletterte von $61,15 auf $65,38. Deutsche Bank-Analyst Myles Walton begann am ‚Dienstag die offizielle Beobachtung mit einem Buy-Rating und Kursziel $80. Der Analyst sieht aufmunternde Anzeichen von der gewerblichen Luftfahrt (Konjunkturerholung füllt die Flieger). Er rechne zwar mit höheren Kosten für den 787 Dreamliner. Das sei aber kein Grund zur Beunruhigung.
Caterpillar stieg von $57,76 auf $60,23. Der Baumaschinen-Riese bestätigte am Dienstag sein Ziel, in 2012 je Aktie 8$ bis 10$ zu verdienen. Das ist etwa das Dreifache der aktuellen Gewinnschätzung (Konsens 2010: $3,15). Zusätzlichen Schub verlieh die aufkeimende China-Fantasie am Donnerstag.
Cisco stagnierte ($22,91 statt $22,95). Auriga USA-Analyst Tony Carbone hob am Montag sein Rating für den Internet-Infrastruktur-Giganten von Hold auf Buy.
Procter & Gamble verbesserte sich von $60,80 auf $61,01. Die Wirtschaft Asiens brummt, aber nicht wie ein Bär. Der Fernost-Boom kommt auch US-Multinationals zu Gute wie dem Haushalts-Austatter (Ariel, Gillette, Pampers, Wella). CLSA-Analystin Caroline Levy startete deshalb die offizielle Beobachtung mit einem Buy-Rating und Kursziel $70. Die Gesellschaft könne ihre Umsätze um 5% bis 6% p.a. organisch (ohne Zukäufe) steigern, den Gewinn je Aktie um 9% bis 10% p.a.
Hilfreich sei dabei , dass die (kaufkräftige) Mittelklasse in den bevölkerungsreichen Staaten China, Indien & Indonesien, die sie mit „Chindonesia“ zusammenfasst, kräftig wächst. Diese Länder könnten zusammen bis 2015 jährlich 16% zum Umsatzwachstum beitragen.
S&P 500: Goldman Sachs weiter in Ungnade
Goldman Sachs fiel von $142,25 auf $135,64. Am Donnerstag wurde mit $131,30 ein 53-Wochentief erreicht. Dort halten die Untersuchungen der Aufsichtsbehörde weiter an.
National Semiconductor $13,70 auf $14,21. Der an der New York Stock Exchange (und nicht etwa an der Nasdaq notierte) Halbleiterkonzern übersprang gestern Abend die
Messlatten der Wall Street bei Quartals-Gewinn & Umsatz.
Target avancierte von $52,80 auf $53,71. Der Wal-Mart-Rivale hob am Mittwoch seine Quartalsdividende von 17 Cents je Aktie auf 25 Cents, also um 25%. Heute gab es trotz durchwachsener Einzelhandelszahlen immerhin ein Plus von 0,2%.
Texas Instruments verbesserte sich von $24,17 auf $24,45. Der an der New York Stock Exchange (und nicht etwa an der Nasdaq notierte) Chip-Veteran hatte am Dienstag seine Q2-Prognosen verengt und dabei die Mittelwerte für anvisierten Umsatz & Gewinn angehoben. Die Geschäfte laufen besser als erwartet, hieß es.
Brigantine Advisors-Analyst Ramesh Misra reagierte am Mittwoch darauf und verbesserte sein Rating von Hold auf Buy.
Nasdaq: Chip, Chip hurrah
Die technologielastige Computerbörse profitierte von ein bisschen guten Zahlen bei Texas Instruments & National Semiconductor. Beide sind zwar nicht dort notiert, hoben aber die Stimmung für die richtungsweisenden Chip-Papiere. Anregend wirkten heute auch Nachrichten aus Asien, die einen anhaltenden Aufschwung im Sektor Technologie/Chips signalisieren. Bei Acer Inc., dem weltweit größten Anbieter von Laptop-Computer, sprangen die Verkäufe im Mai um 45%. Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., der größte Hersteller von im Auftrag gefertigten Chips, gab einen optimistischen Ausblick ab. Der globale Verband Semiconductor Industry Association hob bereits gestern seine Prognose von 10% weltweitem Chipwachstum auf 28% an und verwies auf die aufschäumende Nachfrage aus China & Indien.
Apple bröckelte - trotz später Freitags-Rally - von $255,96 auf $253,48.
Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des Smartphones BlackBerry, bröckelte von $59,68 auf $59,50. Dort schlägt bald die Stunde der Wahrheit. Jedenfalls sind die Quartalszahlen (Q1 Geschäftsjahr 2011) des BlackBerry-Anbieters am Donnerstag den 24. Juni fällig. Im Vorfeld zeigen sich einiger Broker optimistisch:
Die Credit Suisse wiederholte diese Woche ihr Outperform-Rating und Kursziel $100. Die Schweizer rechnen mit „soliden“ Zahlen. Dafür würden etwa starke Geschäfte des Netz-Partners Verizon und im Ausland sprechen, hieß es. Das globale Potential bleibe unterschätzt. Die Bewertung der Aktie sei ansprechend.
BMO Capital Markets bekräftigte Outperform-Rating und Kursziel $92 und verwies vor allem auf das starke Auslandsgeschäft. Dort entwickelten sich die Umsätze besser als in Nordamerika.
Piper Jaffray-Analyst T. Michael Walkley (Rating: Neutral) kürzte dagegen sein Kursziel von $77 auf $66. Begründung: Schwache Nachfrage nach Blackberry-Geräten wegen des wachsenden Konkurrenzdrucks durch Handy, die mit Android (Google) arbeiten.
Internet: Über den Tellerrand hinaus
Das Online-Kaufhaus Amazon.com avancierte von $122,77 auf $123,03. Zahlreiche Broker reagieren derzeit auf die akute Euroschwäche und nehmen ihre Kursziele für Amazon.com zurück, da der fallende Eurokurs einen Teil der Auslandseinnahmen schmälert. Goldman Sachs-Analyst James Mitchell zeigt dagegen, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat und über den Tellerrand hinausblickt.
Mitchell nahm den Onlinehändler am Montag auf die Conviction Buy-Liste der Bank und verbesserte das Kursziel von $180 auf $190. Der Grund: Der Analyst sieht großes Potential für die China-Tochter des E-Commerce-Pioniers, also für Amazon.cn, im Reich der Mitte als joyo bekannt.
China könnte in 2011 eine Mrd. Dollar zum Umsatzwachstum beitragen und 2015 rund 10% zum globalen Umsatz beitragen. Vor allem wegen des starken Wachstum des China-Geschäfts mit Büchern & Elektronika hob Mitchell die erwartete Umsatz-Zuwachsrate für den Gesamtkonzern für die kommenden Jahre von 22% auf 25% p.a.
Wegen der Euroschwäche kürzte Jefferies-Analyst Youssef Squali am Wochenende das Kursziel von $170 auf $160, bleibt aber bei seinem Buy-Rating. Am Dienstag folgte Bank of America-Merrill Lynch. Dort ging das Kursziel von $155 auf $150.
Am Donnerstag senkte Barclays Capital-Analyst Douglas Anmuth das Kursziel von $165 auf $155, Gewinnschätzung je Aktie (GAAP) minus 3.2% für Q2, minus 3.4% für 2010 und minus 4% für 2011. Anmuth bleibt aber bullish für die Aktie, berichtete der Barrons Blog Tech Trader Daily. Am Freitag fiel die Euroschwäche auch bei Benchmark auf. Die Firma korrigierte das Kursziel von $180 auf $151 bleibt aber beim Buy-Rating.
Der Rivale Ebay stieg von $21,99 auf $22,65. Wegen der Euroschwäche kürzte Jefferies-Analyst Youssef Squali am Wochenende das Kursziel von $32 auf $30, bekräftigte aber sein Buy-Rating. Am Donnerstag senkte Barclays Capital-Analyst Douglas Anmuth das Kursziel von $26 auf $25, Gewinnschätzung je Aktie (GAAP) minus 3.4% für Q2, minus 3.3% für 2010 und minus 3.1% für 2011.
Der Online-Juwelier Blue Nile kletterte von $47,90 auf $52,92. Citigroup-Aanalyst Mark Mahaney beförderte den E-Commerce-Wert am Montag von Hold auf Buy, hält aber am Kursziel $58 fest. Die Aktie seit seit Jahresanfang um 24% gefallen und daher günstig. Während der vergangenen Rezession schlossen in den USA 3.000 Juwelier-Läden (Konkurrenten), dadurch wurde ein Markt von geschätzt $1,4 Mrd. in Juwelen-Umsätzen frei. Das Auslandsgeschäft wuchs auf 13% der Gesamtumsätze und lege weiter zu. Außerdem wachsen die frei verfügbaren KLassenzuflüsse kräftig.
Die Online-Videothek Netflix sprang von $109,78 auf $120,69. JP Morgan schraubte das Kursziel von $110 auf $133 hoch und bestätigte das Overweight-Rating. Am Freitag wurde Aktienrückkaufprogramm an gekündigt, 300 Mio. Stck., rd. 4,8% Marktkapitalisierung
Das Online-Reisebüro Expedia bewegte sichvon $20,18 auf $20,55. Am Donnerstag beförderte Standard & Poor’s-Aktienanalyst Scott Kessler die Aktie von Hold auf Buy. Die Aktie sei in weniger als 2 Monaten um fast 25% gefallen und daher günstig bewertet. Die (konjunkturellen) Risiken des Europageschäfts sind inzwischen eingepreist, das gefallene Eurokurs rege Europa-Reisen der Amerikaner an. Außerdem erhole sich das Reisegeschäft.
Wegen der Euroschwäche kürzte Barclays Capital-Analyst Douglas Anmuth am Donnerstag das Kursziel von $27 auf $26, Gewinnschätzung je Aktie (GAAP) minus 3.8% für Q2, minus 2.2% für 2010 und minus 2.6% für 2011.
Der Branchenkollege Priceline stieg von $178,54 auf $183,91. Wegen der Euroschwäche kürzte Barclays Capital-Analyst Douglas Anmuth am Donnerstag das Kursziel von $260 auf $250, Gewinnschätzung je Aktie (GAAP) minus 1.6% für Q2, minus 2.3% für 2010 und minus 5.6% für 2011.
Google bröckelte von $498,72 auf $488,50.
Baidu, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, korrigierte von $73,20 auf $72,85. Der Dienstleister will im kommenden Jahr seinen Marktanteil auf 79% hochschrauben, erklärte ein Vorstandsmitglied am Wochenanfang. Laut Reuters steigerte Baidu in Q1 seinen Marktanteil in China auf 64% (Q4, 2009: 58.4%). Hilfreich war dabei der Rückzug von Google wegen der chinesischen Zensur.
Am Mittwoch startete ThinkEquity-Analyst Aaron Kessler die offizielle Beobachtung mit einem Buy-Rating und Kursziel $94. Kessler begründete seine Entscheidung mit der Führungsposition Baidus auf dem bald 2-größten Suchmarkt der Welt.
Am Donnerstag bekräftigte Piper Jaffray sein Neutral-Rating und Kursziel $70.
Yahoo veränderte sich von $15,00 auf $15,28.
Montag: Ausblick: Neues aus New York
Dienstag:
14:30 Uhr New York Empire State Manufacturing Survey (aktuelle Industrieentwicklung im Ballungsgebiet)
Mittwoch:
14:30 Uhr Baubeginne & -genehmigungen sowie Erzeugerpreise, 15:15 Industrieproduktion, alle Daten vom Mai ,16:30 Uhr US-Lagerhaltung Erdöl
Quartalszahlen: Fedex
Donnerstag:
14:30 Uhr Arbeitslosenmeldungen der Vorwoche plus Verbraucherpreise vom Mai, 16:00 Uhr Frühindikatoren Mai sowie Index der Philadelphia Fed vom Juni (aktuelles Konjunkturbarometer).
Freitag:
Quadruple Witching (Zahlreiche Futures & Optionen auf Einzel-Titel und Indizes laufen aus, wie an jedem vorletzten Freitag eines Quartals).
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