Gestern dominierten wieder die Bären das Geschehen am deutschen Aktienmarkt. Der DAX verlor intraday zunächst bis 6.078 Punkte, ehe dann erneut (wie bereits des Öfteren in den vergangenen Handelstagen) die positive Entwicklung an der Wall Street half, die Verluste einzudämmen. So hievten die Marktteilnehmer den deutschen Blue Chip-Index wieder zurück über die 6.100 Punkte-Marke. Auffällig war auch hier wieder die insgesamt eklatante „Relative Schwäche“-Entwicklung gegenüber seinen US-Pendants, die nicht abzureißen scheint.
Damit bleibt der DAX weit davon entfernt, sein charttechnisches Gesamtbild aufzuhellen. Noch nicht einmal die 6.230/40 Punkte-Zone (200-Tage-Linie, 61,8%- Fibonacci-Retracement der letzten kurzfristigen Abwärtsbewegung und Bewegungstiefs von Mitte Mai) konnte bisher nachhaltig zurückerobert werden. Nach einer der wichtigsten Prämissen der Technischen Analyse, nämlich dass die Wahrscheinlichkeit auf eine Trendfortsetzung immer als höher einzustufen ist als die einer Trendumkehr, muss daher insgesamt mit weiteren Kurseinbußen gerechnet werden.
Wir erwarten deshalb, dass der DAX sein bisheriges Bewegungstief bei 5.914 Punkten nochmals einem Test unterziehen wird. Dies wäre dann zumindest einmal mit der Hoffnung verbunden, dass sich im Rahmen eines Bodenbildungsprozesses eine Art „zweites Standbein“ etablieren kann.

Quelle: DZ Bank
externer Redakteur