| Was sich am Vortag noch als unmöglich erwies, gelang plötzlich mit Leichtigkeit. Wie erwartet hat es der DAX® am gestrigen Handelstag ohne größere Mühen geschafft, das Cluster aus dem Haussetrend seit Ende Mai (akt. bei 6.177 Punkten) und dem Hochpunkt der vergangenen Woche bei 6.178 Punkten hinter sich zu lassen. Auch anschließend ließ sich der Überflieger zunächst nicht vom Pfad abbringen, bis der Widerstandsgürtel aus diversen Hochs bei 6.215/29 Punkten und dem Tief von Anfang August bei 6.244 Punkten dem Aufwärtsmarsch dann ein jähes Ende setzte. Fraglich ist nun, ob der Deutsche Aktienindex genügend Kraft aufbringen kann, um die angeführten Hürden im zweiten Anlauf auf Anhieb zu knacken. Der Stochastik, der von oben auf seine Signallinie zuläuft, deutet an, dass dies kurzfristig schwer wird. Solange der DAX® aber oberhalb des o. g. Clusters weiterhin weich gebettet ist, trübt sich die Aussicht für die weitere Entwicklung nicht nachhaltig ein. Diese Einschätzung ändert sich erst, wenn auch der Aufwärtstrend seit Ende August (akt. bei 6.131 Punkten) zu den Akten gelegt werden muss. |

Euro-Bund-Future: Ruhiger Wochenausklang
Die gestern formulierte Vorsicht in Bezug auf die Entwicklung des Euro-BUND-Future hatte ihre Berechtigung. Nach einem stabilen Handelsbeginn musste der Renten-Future im Tagesverlauf weitere Kursverluste hinnehmen. Der neue Dezember-Kontrakt nähert sich damit zunehmend der wichtigen Unterstützungszone im Bereich der runden Marke von 130. Hier bilden das Hoch vom 8. Juni (130,37), die Parallele (akt. bei 129,82) zum Aufwärtstrend seit Juni 2009 und der steile Haussetrend seit Mitte April (akt. bei 129,72) ein solides Haltebündel. Dieses gilt es unbedingt zu verteidigen. Ansonsten drohen weitere Kursverluste. Auch wenn der Kontraktwechsel die Aussagekraft der quantitativen Indikatoren mindert, ist die übergeordnete Lage weiterhin mit Vorsicht zu genießen. Auf Stundenbasis steht der MACD zwar kurz vor einem neuen Einstiegssignal, überzeugen kann der Trendfolger bisher aber nicht. Per Saldo rechnen wir mit einem ruhigen Wochenausklang oberhalb der angeführten Unterstützungsmarken. Ein Überwinden des Tiefs vom vergangenen Freitag bei 131,73 würde den Beginn des Schließens des Rollover-Gaps einläuten und kann daher als potentielles Einstiegsniveau herangezogen werden.

EUR / USD: Drahtseilakt
Mit dem Test der Unterstützungszone aus dem Hoch vom 21. Mai bei 1,2675 USD, der 90-Tages-Linie (akt. bei 1,2615 USD) sowie dem Augusttief bei 1,2587 USD wirft der Euro zum US-Dollar derzeit einen Blick in die Höhle des Löwen. Geben die angeführten Haltemarken nach, dürfte die Gemeinschaftswährung den Kopf hinhalten müssen; in diesem Fall wäre eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation vervollständigt, die die Chancen auf eine Erholung deutlich verschlechtert. Das aus der Formation ableitbare Abschlagspotential beträgt gut 7 US-Cents und dürfte die nächste markante Haltemarke in Form des Hochs vom Juni bei 1,2490 USD in Schlagdistanz rücken lassen. Anschließend wartet dann erst der Abwärtstrend seit Dezember 2009 (akt. bei 1,2191 USD) als nächster Halt. Die technischen Indikatoren mahnen zur Vorsicht vor dem Negativszenario: Sowohl Stochastik als auch MACD sind kurz davor, neue Ausstiegssignale zu generieren. Per Saldo gilt es deshalb, die o. g. Unterstützungszone dringend zu verteidigen, um zurück zu einem positiven Fahrplan zu gelangen. Besiegelt wäre dieser aber erst mit einem Sprung über den ehemaligen Aufwärtstrend seit Juni (akt. bei 1,3092 USD).

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Jörg Scherer,
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