Nach den vorbörslich guten Vorgaben, die aus dem fernöstlichen Handel und den US-Futures stammten (offensichtlich positive Interpretation von: „Spanien schlüpft unter den Rettungsschirm“), eröffnete der DAX zunächst mit „Gap“ (Kurslücke) nach oben, konnte aber nur in den ersten Handelsminuten weitere Kursgewinne generieren. Alsbald erlahmte das Kaufinteresse, und der deutsche Aktienmarkt legte den Rückwärtsgang ein. Aus charttechnischer Sicht bestand die Chance, den kurzfristig wichtigen charttechnischen Widerstandsbereich um 6.240 Punkte nachhaltig zu überwinden. Diese wurde versäumt.
Damit verbunden ist auch ein Scheitern des Projekts „Rückeroberung der 200- Tage-Linie“ (aktuell bei 6.225 Punkten). Der gesamte Bereich um 6.225/40 Punkte wurde daher zunächst einmal als technisch relevante Widerstandszone bestätigt. Somit trägt die jüngste Bewegung weiterhin den Charakter einer zwar steilen, aber dennoch nur als Gegenbewegung im intakten Abwärtstrend zu klassifizierenden Aufwärtsreaktion.
Nach dieser jüngsten einwöchigen Rally und der damit entstandenen kurzfristig „überkauften“ Situation ist daher nun mit einem abermaligen Abtauchen in Richtung des letzten Bewegungstiefs vom 5. Juni bei 5.914 Punkten zu rechnen. Dennoch rückt das Zeitfenster für das nächste wichtige, d.h. mittelfristige, lokale Tief an den internationalen Aktienmärkten näher bzw. befinden sich diese bereits darin. Was gegenwärtig fehlt, sind klare chart- bzw. formationstechnische Bodenbildungsindizien. Verbleibt der nun zu erwartende Rücksetzer oberhalb des o.g. letzten Bewegungstiefs bei 5.914 Punkten, so ließe sich Fantasie in Richtung „Etablierung eines zweiten Standbeins“ ableiten.

Quelle: DZ Bank
externer Redakteur