In der letzten Woche gab der DAX im Freitagsvergleich seit langem nochmals etwas ab und schloss auf Wochenchartbasis damit im Minus. Zuvor waren bereits vier Kerzen mit schwarzem Body (= Schlusskurs niedriger als Eröffnung) in Folge erkennbar. Ein Zeichen, dass eine Korrektur ansteht? Überraschen würde ein zwischenzeitliches Atemholen sicherlich nicht, denn nach einem Anstieg von 20% seit dem letzten Hexensabbat im Dezember wäre eine kurze Verschnaufpause idealtypisch. Unter charttechnischen Aspekten wurde aber trotz der angesprochenen, schwarzen Kerzen noch kein Verkaufsignal generiert. So behält der Trendkanal weiterhin Gültigkeit und begrenzt mögliche Schwankungen durch seine untere Kanalgerade aktuell auf ein Niveau von 6.650 Punkten. Dort befindet sich auch das Freitagstief. Sollte diese Marke unterboten werden, würde ein Verkaufsignal generiert werden, das auf den ersten Blick aber nur sehr kurzfristigen Charakter besäße.
Skeptischer bleiben wir allerdings bei Betrachten der 200- Tage-Linie. Wie bereits mehrfach ausgeführt, wird diese Linie in einem ersten Anstieg sehr oft überwunden, kurz danach drehen die Kurse aber wieder Richtung Süden. Sollte der DAX tatsächlich nach unten aus seinem Trendkanal ausbrechen, dann (und nur dann) werden vermutlich auch die anstehenden Unterstützungen bei 6.575 und 6.415 Punkten keinen dauerhaften Halt mehr geben können. In diesem Fall rechnen wir mit Verlusten bis 6.180 Zähler. Unter zyklischen Gesichtspunkten würde diese mögliche Schwäche dann bis Mitte März andauern.
Ein unsicheres aber noch nicht negatives Bild präsentiert sich auch im Chart des Dow Jones Index. Der signifikante Durchbruch durch den Widerstand (Höchstkurse des letzten Jahres bei 12.875 Punkten) gelang noch nicht. Hier trübt sich das Bild ein, sollte der amerikanische Index unter 12.730 Zählern schließen.
Auch die hiesigen Indikatoren zeigen bisher lediglich Hinweise auf eine mögliche Korrektur an und noch keine definitiven Signale. Diese Signale werden aber bei erneut schwächeren Kursen generiert.
Fazit: Trotz diverser Hinweise wurde noch kein Verkaufsignal generiert. Bei Notierungen unter 6.650 Punkten – zur signifikanten Bestätigung auf Schlusskursbasis – gehen wir allerdings von Anschlussverlusten bis 6.180 Zählern aus.

Quelle: WGZ-Bank
externer Redakteur
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