China HSBC Flash PMI: Durchatmen, aber noch nicht Aufatmen!

Kategorie: boerse-go: Research | z externer Content Analyse Konjunktur | Datum: 15.12.2011

Heute morgen wurden die Dezemberergebnisse zur wichtigen Einkaufsmanagerumfrage HSBC Flash Manufacturing PMI veröffentlicht. Der Index liegt mit 49,0 Punkten (unsere Prognose 47,0) erneut unterhalb der definierten Expansionsmarke in Höhe von 50 Punkten, verzeichnete jedoch einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vormonat (47,7 Punkte). Allerdings darf dies höchstens als verhalten positive Überraschung gewertet werden, denn die Aktivität im wichtigen chinesischen Produktionssektor wird sich nach mechanistischer Auffassung nun den zweiten Monat infolge rückläufig präsentieren.

Nachdem die Novemberwerte sowohl für den offiziellen PMI der China Federation of Logistics and Purchasing (49,0 Punkte) als auch für den HSBC Manufacturing PMI deutlich rückläufig waren, lässt sich aber durchaus eine leichte Trendwende ablesen. Ein Grund dafür, dass die Einkaufsmanager ein etwas positiveres Bild zeichnen als noch im Vormonat, dürfte die jüngste Aktion der chinesischen Zentralbank sein. Zum 5. Dezember diesen Jahres wurde die Mindestreserve um 50 Basispunkte gesenkt, um den Marktteilnehmern mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Diese Entscheidung wurde durch die Verantwortlichen sicherlich auch auf Basis der günstigen Inflationsentwicklung getroffen. Die Teuerungsrate ging im November auf 4,2% Y/Y (Vormonat: 5,5% Y/Y) zurück und das 4%-Inflationsziel der chinesischen Zentralregierung ist nun endlich zum Greifen nahe. Auch die Teuerung der in der aufstrebenden Volkswirtschaft politisch sehr wichtigen Nahrungsmittelpreise ist deutlich von 11,9% Y/Y auf 8,8 %Y/Y zurückgegangen. Das schafft zwar Luft für eine leichte Lockerung der Geldpolitik – ein von vielen Marktbeobachtern herbeigesehnter Regimewechsel auf eine expansive Geldpolitik in Form von Leitzinssenkungen ist allerdings nach unserer Einschätzung weiterhin eher unwahrscheinlich; zu groß ist die Befürchtung, dass die Inflation erneut Fahrt aufnehmen könnte.

Anlässe für einen expansiveren geldpolitischen Kurs gäbe es sicherlich genug. Das prominenteste Sorgenkind dürfte der Export sein. Das Handelsergebnis zeigte sich im November noch einmal schwächer als im Oktober. Die Eurokrise dämpft die wichtige Exportnachfrage aus Europa. Trotzdem sind unseres Erachtens wirtschaftspolitisch keine Wachstumsimpulse im großen Stil zu erwarten, wie sie noch vor gut zwei Jahren zu beobachten waren. Wie auf der diesjährigen Jahressitzung der kommunistischen Führung beschlossen wurde, lautet die Hauptlosung für das Jahr 2012: „Fortschritte generieren und Stabilität erhalten“. Eine expansive Geldpolitik passt hier nach Aussage der Regierung nicht ins Bild.

Fazit: Der HSBC-Flash Manufacturing PMI erholt sich im Dezember verhalten, bleibt aber im Kontraktionsbereich und deutet damit noch immer auf eine leichte Abschwächung der Wachstumsdynamik im Reich der Mitte hin. Allerdings wird mit dem moderaten Anstieg der Angst vor einer harten Landung Chinas der Boden entzogen. Es darf also kurz durchgeatmet werden!

Quelle: Nord/LB

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