Bunds sehen teuer aus – an taktischen Shortpositionen festhalten!

Kategorie: Anleihe-News | Datum: 12.03.2010

Der Bund Future erweist sich gegenüber den jüngsten Tests der Unterseite als relativ robust und Bunds erscheinen (auch) aus marktübergreifender Sicht teuer. Wir erwarten zwar eine weitere Underperformance von Gilts am langen Ende angesichts anhaltenden Drucks von den Ratingagenturen in Reaktion auf die „unzureichenden Konsolidierungspläne“ der Regierung und die Gefährdung ihrer Handlungsfähigkeit nach den bevorstehenden Wahlen. Allerdings könnte der 10j. Treasury-Bund-Spread in der Tat vor einer Korrektur stehen, auch da sich der relative Angebotsdruck in den nächsten Tagen/Wochen verändern wird. Auf Outright-Basis halten wir an unseren taktischen Shortpositionen im Bund fest, nachdem wichtige Unterstützungen herausgenommen wurden.

Overnight News

• Mit dem EWF könnten striktere Auflagen verbunden sein und „die Möglichkeit einer staatlichen Insolvenz muss grundsätzlich bestehen bleiben“, wobei ein Ausschluss aus der EWU das letzte Mittel sein sollte, schreibt Bundesfinanzminister Schäuble in der FTD. Liquiditätsnothilfen sollten mit einer „prohibitiven Bepreisung“ gegeben werden.

• Fed-Mitglied Yellen (Taube) gilt laut Bloomberg als Obamas Wahl für die Position des Vizepräsidenten der Fed.

• Die Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen im Volumen von US$ 13Mrd. fand gute Nachfrage; das Bid/Cover-Verhältnis von 2,89 war das dritthöchste seit Wiedereinführung der Anleihe 2006.

• US-Aktien haben gegen Handelsschluss angezogen, Asien notiert unterstützt. USTreasuries haben nach der Anleiheauktion eine Bullenverflachung durchlaufen und in Asien konsolidiert. JGBs wurden abverkauft. Der EUR ist auf fast US$ 1,37 gestiegen

Marktübergreifende Spreads: Treasury-Bund-Spread vor einer Korrektur – noch mehr Schwierigkeiten für Gilts!

Auf Outright-Basis erweist sich der Bund Future gegenüber den jüngsten Tests der Unterseite weiterhin als relativ robust und Bunds erscheinen (auch) aus marktübergreifender Sicht recht teuer. Der 10j. Treasury-Bund-Spread ist kürzlich über 55 Bp gestiegen (das höchste Niveau seit Mitte 2007); der Pickup über Bunds beträgt bei Gilts im Zehnjahresbereich sogar fast 100 Bp – während die Zinsen am kurzen Ende in allen drei Märkten praktisch auf dem gleichen Niveau liegen! Diese Verteuerung erscheint uns gegenüber Treasuries ein wenig übertrieben und hier könnte durchaus eine Korrektur anstehen, auch da die Auktion 30j. USTreasuries nun hinter uns liegt und die Auktion zehnjähriger Bunds nächsten Mittwoch sowie weitere Emissionen am langen Ende des Eurozone-Staatsanleihenmarktes anstehen. In diesem Zusammenhang wiederholen wir auch unsere Empfehlung taktischer Shortpositionen im Bund, nachdem hier wichtige Unterstützungen herausgenommen werden.

Wir erwarten jedoch nicht, dass sich der 10j. Gilt-Bund-Spread bald umkehrt. Der jüngste Kommentar der Ratingagentur Fitch, dass „unter den größeren AAA-Staaten Großbritannien am dringendsten eine Konsolidierung der Staatsfinanzen benötigt“, unterstreicht, dass die aktuellen Konsolidierungspläne der Regierung unzureichend sind, um den schlechten Defizitausblick des Landes sowie seine rasch steigende Verschuldung in den Griff zu bekommen. Wir erwarten, dass die Sorgen über die Bonität von Gilts am langen Ende in den kommenden Monaten weiter zunehmen, auch da die Handlungsfähigkeit der Regierung nach den bevorstehenden Wahlen gefährdet ist.

BTP-Auktionen: Attraktiver RV bei 30j. BTP ggü. spanischem Pendant!

Auf der Angebotsseite bildet Italien mit den regulären BTP-Auktionen zur Monatsmitte den Abschluss dieser geschäftigen Woche am Primärmarkt für Eurozone-Staatsanleihen. Die BTP 3% Apr15 wird um €2,5-3,5Mrd. aufgestockt und das Volumen der BTP 5% Sep40 wird um €1- 1,5Mrd. erhöht. Wir betrachten die allgemeine Stimmung taktisch weiterhin als relativ günstig für Peripherie-Papiere und halten insbesondere die Aufstockung der BTP Sep40 für recht attraktiv. Diese Anleihe hat sich in den letzten Wochen um etwa 14 Bp gegenüber der 30-jährigen spanischen Benchmark SPGB Jul41 verbilligt, was wir fundamental nicht für gerechtfertigt halten. Wie wir bereits früher in unseren Publikationen dargelegt haben, empfehlen wir eine Untergewichtung von Spanien gegenüber Italien und erwarten, dass BTPs entlang der ganzen Kurve in den kommenden Monaten teurer als spanische Papiere notieren. Nicht nur wird sich Italiens Defizit im Vergleich zu Spaniens in den nächsten Jahren relativ stabil entwickeln, auch die Verschuldung des italienischen Unternehmens- und Privatsektors erscheint relativ gedämpft. Vor diesem Hintergrund erwarten wir nicht, dass Italiens Rating in naher Zukunft unter Druck gerät (wie auch die Bekräftigungen und Kommentare von S&P & Co der letzten Wochen und Monate zeigen), während die negative Rating-Dynamik Spaniens anhalten dürfte. Angesichts des relativ geringen Volumens der bevorstehenden Aufstockung der 30-jährigen BTP erwarten wir, dass die Anleihe gut aufgenommen wird und gegenüber ihrem spanischen Pendant, der SPGB Jul41 performt – letztere wird nächste Woche zusätzlich zur zehnjährigen SPGB Apr20 vom spanischen Tesoro aufgestockt und hier könnten vor der Auktion Preis- Zugeständnisse gemacht werden.

Quelle: Commerzbank

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Bild: ©iStockphoto.com/enot-poloskun

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Über den Autor:

Thomas Gansneder,
Redakteur

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