Mühlheim an der Ruhr/Hamburg (BoerseGo.de) – Der Chemiedistributor Brenntag hat sich nach eigenen Angaben gegenüber dem Brustimplantate-Produzenten PIP richtig verhalten. „In unseren Auftragsbestätigungen wurde klar darauf hingewiesen, dass die Produkte ausschließlich für industrielle Zwecke genutzt werden dürfen“, hieß es in einer Pressemitteilung des MDax-Konzerns vom Dienstag.
Hintergrund ist die Herstellung minderwertiger Silikon-Brustimplantate der inzwischen pleite gegangenen französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP). PIP hatte von Brenntag Industrie-Silikon bezogen und zweckentfremdet zur Herstellung von Brustimplantaten verwendet.
Allianz hat PIP versichert
Offenbar ist auch der Versicherungskonzern Allianz von der Sache betroffen. Wie die „Financial Times Deutschland“ (FTD) unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher am Mittwoch schreibt, sei PIP von 2005 bis 2010 bei der Allianz versichert gewesen. Der Münchner Versicherer geht jedoch davon aus, dass der Vertrag ungültig ist. Die Franzosen hätten wissentlich falsche Angaben gemacht, weshalb die Allianz den PIP-Insolvenzverwalter bereits 2010 verklagt habe. Die Anhörung in dem Verfahren findet am 2. Februar statt.
Gegenüber der FTD bestätigte zudem eine Allianz-Sprecherin, dass PIP bislang noch keinen Schaden bezüglich der Brustimplantate-Schummelei gemeldet. Dass Versicherer zahlen müssen, wird laut einem Versicherungsexperten in dem Bericht auch nicht erwartet, denn schließlich habe PIP wissentlich minderwertiges Material verwendet. Probleme könnte eher der TÜV Rheinland bekommen. Der hatte die Implantate zertifiziert.
Susanne Schulz
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