Brasilia/ Sao Paulo (BoerseGo.de) – Die Wirtschaftskraft der größten Volkswirtschaft in Südamerika ist im zweiten Quartal ins Straucheln geraten. Wie Statistikamt IBGE am Freitag mitteilte, legte die brasilianische Wirtschaft zwischen April und Juni nur noch um 0,8 Prozent zu. Noch zu Jahresbeginn waren es 1,3 Prozent. Ökonomen hatten den mageren Anstieg aber erwartet. Auf Jahressicht kletterte das Bruttoinlandsprodukt um 3,1 Prozent, nach zuvor 4,2 Prozent. Die Konsumausgaben und auch die Investitionen legten robust zu, doch der schwächelnde Landwirtschaftssektor und kräftig anziehende Importe bremsten, hieß es.
Das magere Wachstum ist nach den fetten zurückliegenden Jahren für das rohstoffreiche Land ungewohnt. Vollkommen unerwartet hat deshalb auch am Donnerstag die Notenbank Banco Central do Brasil aus Angst vor einer Wirtschaftsabschwächung die Zinsen gesenkt. Der Leitzins Selic wurde von 12,5 Prozent auf zwölf Prozent gesenkt. In den fünf zurückliegenden Sitzungen hatten die Währungshüter jedes Mal den Zins erhöht.
Während der Hochkonjunktur sind die Preise außer Kontrolle geraten. Nun setzt die Zentralbank auf nachlassenden Inflationsdruck. Experten sind jedoch skeptisch, dass das Land das Problem der hohen Lebenshaltungskosten in den Griff bekommen wird.
Die ökonomischen Perspektiven sind ebenfalls nicht mehr besonders gut. In den kommenden Monaten dürfte die Produktion laut Experten eher stagnieren. Für das Gesamtjahr erwarten Ökonomen im Schnitt nur noch ein Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent.
Bernd Lammert
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