BoE: Warten auf Godot – Die Bank Rate bleibt bei 0,5%

Kategorie: boerse-go: Research | Datum: 10.12.2009

Das Monetary Policy Committee der Bank of England hat sowohl die Bank Rate erneut bei 0,5% belassen als auch das Quantitative Easing nicht verändert. Damit hat die Zentralbank den Markterwartungen entsprochen. An den grundsätzlichen zu dieser Entscheidung führenden Einflussgrößen hat sich im Vergleich zu den Vormonaten wenig geändert. Die Datenlage liefert nach wie vor ein uneinheitliches Bild, so dass eine eindeutige konjunkturelle Trendwende noch nicht zu erkennen ist. Wir gehen davon aus, dass das Asset-Purchase-Programm mit der Erhöhung auf 200 Mrd. GBP im vergangenen Monat sein Maximum erreicht hat. Sollte ein weiterer Liquiditätsimpuls notwendig werden, wird die Bank of England wahrscheinlich zunächst an der Stellschraube Einlagenzins drehen.

Alles wartet auf eindeutige Hinweise der Stärke des Wirtschaftswachstums im vierten Quartal. Leider konnte die Industrieproduktion im Oktober in dieser Hinsicht keine positiven Impulse liefern. Der Indikator stagnierte auf Monatbasis und blieb damit hinter den Erwartungen der Marktbeobachter zurück, die mit einer Expansion um 0,4% M/M gerechnet haben. In Jahresvergleich fiel der Output um 8,4% Y/Y. Zudem wurde die Industrieproduktion des dritten Quartals negativ korrigiert und steht nun mit -0,9% statt -0,8% in den Statistiken.

Freundlicher sieht es da schon bei den Hauspreisen aus. Der entsprechende Halifax Index übertraf im November alle Erwartungen. Nachdem bereits im Oktober zu verzeichnenden Anstieg um 1,2% folgte nun eine weitere Preissteigerung um 1,4%. Mit diesem fünften monatlichen Anstieg erscheint es nun als wahrscheinlich, dass die Hauspreise im Jahr 2009 wieder das Vorjahresniveau erreichen. Seit April haben sich die Preise um 8,5% erholt, nachdem sie in den 20 Monaten zuvor um fast ein Viertel eingebrochen sind.

Fazit: Die Bank of England wartet förmlich auf die konjunkturelle Trendwende. Leider erlaubt die gemischte Datenlage keine optimistischere Einschätzung. Mit dem Blick auf das mittelfristige Inflationsziel der Bank of England von 2% ist davon auszugehen, dass wir in absehbarer Zeit eine weitaus restriktivere Geldpolitik auf der Insel sehen werden. Dazu bedarf es jedoch deutlicheren makroökonomischen Signalen als dies zur Zeit der Fall ist. Insbesondere positive Wachstumszahlen im vierten Quartal. Leider deutet die hinter den Erwartungen zurückgebliebene Industrieproduktion im Oktober nicht unmittelbar in eine positive Richtung. Weniger als eine Randnotiz bleiben die Hauspreise. Deren stabilisierende Wirkung auf das Verbrauchervertrauen und damit auf die Binnennachfrage darf nicht unterschätzt werden. Nichtsdestotrotz gehen wir weiterhin von einem Anstieg der Bank Rate im ersten Quartal 2010 auf zunächst 0,75% aus.

Quelle: Nord/LB
 

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