Bernanke: US-Defizt könnte zu Zinsanstiegen und Konjunkturschwäche führen

Kategorie: US-Markt News | Trackbox US | Top-Artikel | Datum: 27.04.2010

New York (BoerseGo.de) - In den USA dürfte ein Scheitern der beabsichtigten Reduzierung des Budgetdefizits zu einem Anstieg der Zinsen und einer Schwächung des Wirtschaftswachstums führen. Dies erklärte der amerikanische Notenbank-Chef Ben Bernanke. In einem solchen Fall stehe die konjunkturelle Erholung auf dem Spiel. Eine langfristige nachhaltige Konsolidierung des Staatshaushalts sei schwierig, aber die Kosten für ein Scheitern dieses Vorhabens könnten sich als sehr hoch erweisen. Die steigende Verschuldung des Staates im Verhältnis zu dessen Wirtschaftsleistung schaffe das Potenzial für Zinsanhebungen mit einer gleichzeitigen Drückung des Kapitalflusses und Produktivitätswachstums. Durch einen solchen Umstand gerate die Konjunkturerholung in Gefahr. Das hohe Niveau der Verschuldung mindere zudem für politische Verantwortungsträger die Fähigkeit zur Reaktion auf künftige Schocks im Bereich der Wirtschaft und des Finanzsektors. Im übrigen führe ein Vertrauensverlust unter Investoren über die Fähigkeit der Regierung, den Haushalt einer nachhaltigen Sanierung zuzuführen zu einem Herd der Instabilität in der Wirtschaft und im Finanzsektor, führte Bernanke gemäß Bloomberg im Rahmen einer vorbereitenden Rede weiter aus.

In 2009 betrug das Haushaltsdefizit der US-Regierung 1,4 Billionen Dollar. Die entspricht gegenüber dem Bruttoinlandsprodukt einem Anteil von 9,9 Prozent und repräsentiert den größten Defizitanteil seit der Beendigung des zweiten Weltkriegs. Im laufenden Jahr wird das Defizit Schätzungen zufolge auf einen weiteren Rekord von 1,6 Billionen Dollar steigen.
Bild: ©Getty Images News/Chip Somodevilla

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