New York (BoerseGo.de) - Der durch die jüngsten starken Daten zum amerikanischen Bruttoinlandsprodukt allgemein gefeierte endgültige Sieg über die Rezession entspricht nicht den Tatsachen. Dies geht aus einem Bericht des renommierten Anlegermagazins "Barron`s" hervor. Danach gebe es in Anbetracht der anhaltenden Kreditkrise und der Wahrscheinlichkeit von kräftigen Steueranhebungen wenig Gründe, um ein Vertrauen in ein nachhaltiges robustes Wirtschaftswachstum zu entwickeln.
Bei näherer Untersuchung des veröffentlichten 5,7 Prozent-Wirtschaftswachstums zum vierten Quartal ergibt sich unter Berufung auf den bekannten Ökonomen David Rosenberg von Gluskin Sheff unter Herausrechnung des Sondereffekts aus dem vorangegangenen Lagerbestandsabbau und eines geringer gewordenen Handelsbilanzdefizits eine inflationsbereinigte Expansion von lediglich annualisiert 1,7 Prozent. Diese Rate liege unter dem Wachstum vom Vorquartal. Die ausgewiesene deutliche Wachstumsbelebung von 2,2 Prozent im dritten Quartal auf 5,7 Prozent unterliege daher einer Verzerrung.
Unter Hinzufügung der von Seiten der Politik stimulierten Inlandskäufe durch Private, Unternehmen und Behörden habe das Bruttoinlandsprodukt einen weiteren Schub erhalten. Bei Abzug dieser Käufe schmälere sich die Wirtschaftsleistung. Anderseits stehe das Bruttoinlandsprodukt unter dem Einfluss der Änderungsgeschwindigkeit von Warenbeständen. So etwa durch eine langsamere Rate bei Liquidierungen. Daraus ergebe sich ein konjunktureller Messfaktor.
Vergangenen Montag hat der vom Institute Supply Management veröffentlichte ISM-Index zum verarbeitenden Gewerbe einen stärker als erwarteten Anstieg im Januar von 54,9 Punkten im Dezember auf 58,4 Punkte zum Vorschein gebracht. Damit liegt der Indikator deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Bedeutung des ISM-Index zum verarbeitenden Gewerbe liege jedoch unterhalb des ISM-Index zum Dienstleistungssektor. Dieser Indikator notierte zuletzt nur nahe der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

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