New York (BoerseGo.de) - Die Bank of America wurde von der US-Regierung zum Abschluss der Übernahme von Merrill Lynch & Co. gedrängt. Dies erklärte gemäß der Nachrichtenagentur Bloomberg Bank of America-CEO Kenneth Lewis im Rahmen einer zur Vorbereitung gestellten Aussage vor dem Kongress. Vor der Vervollständigung des Deals sei er sich über eine wesentliche Verlustbeschleunigung beim New Yorker-Investmenthaus bewusst gewesen.
Vertreter der Federal Reserve und des Finanzministeriums hätten mitte vergangenen Dezember nach Genehmigung des Deals durch die Aktionäre die Bank of America kontaktiert. Die größte US-Bank habe jedoch wegen der Verluste bei Merrill erwogen die Transaktion nicht durchzuführen. Das Finanzministerium und die Federal Reserve hätten die Bank aber gebeten, den Plan durchzuführen. Sowohl die Regierung als auch die Bank of America seien sich damals bewusst gewesen, dass sich die Lage des Finanzsystems fragil gestaltet und ein Kollaps von Merrill Lynch die Krise beschleunigt hätte.
Die Bank of America habe vergangenen September wegen zu erwartender Vorteile einen Beschluss zum Kauf von Merrill Lynch gefällt. Dabei seien Erwartungen über eine mögliche Unterstützung durch die Regierung nicht eingeflossen. Aufgrund des Verlusts von Merrill Lynch im vierten Quartal von mehr als 15 Milliarden Dollar habe die Bank jedoch eine Abkehr von dem Vorhaben in Betracht gezogen. „Wir begannen mit Diskussionen, ob durch eine staatliche Unterstützung die Risiken aus der Transaktion gemindert werden könnten. Das Finanzministerium und die Federal Reserve haben darüber beraten, die Transaktion mit Hilfe der Regierung abzuschließen“. Die Bank of America sei letztendlich zum Schluss gekommen, dass eine Abkehr ernsthafte Risiken nach sich gezogen hätte und ein Abschluss der Transaktion mit Hilfe der Regierung der bessere Weg darstellt. Der Ankauf habe zur Abfederung riesiger Verluste aus dem Konsumgeschäft gedient. Wäre ein Zusammenbruch von Merrill Lynch zugelassen worden, hätte sich das Finanzsystem mit weiteren Chaos konfrontiert gesehen.
"Der allgemeine Glaube, das Merrill Lynch der Bank of America bislang viel Geld gekostet hat ist nicht zutreffend. Merrill hat im ersten Quartal 75 Prozent zum Gewinn von 4,2 Milliarden Dollar beigesteuert. Das Schicksal der Bank of America ist mehr als jede andere Bank untrennbar mit dem Konsumgeschäft verbunden. Bei anziehender Arbeitslosigkeit klettern daher die Kreditverluste der Bank. Wenn die Konsumenten ihre Ausgaben einschränken und weniger Kredite aufnehmen leiden die Einnahmen der Bank", führte Lewis weiter aus.
Die Bank of America sieht sich mit einer genauen Überprüfung durch den Kongress und Aufsichtsbehörden konfrontiert, zumal das Geldhaus staatliche Hilfsgelder von 45 Milliarden Dollar erhalten hat. Die Bank of America befand sich nicht unter den 10 Finanzkonzernen, die vom Finanzministerium mit der Genehmigung zur Rückzahlung von insgesamt 68 Milliarden Dollar schweren Hilfsgeldern der US-Regierung bedacht worden sind.

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