Bangen und Hoffen um die Zukunft von Karstadt
Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Top-Artikel | Datum: 02.09.2010
Und genau auf dieses Szenario bereitet der Insolvenzverwalter des Kaufhaus-Konzerns Karstadt, Klaus-Hubert Görg, vor. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Donnerstag berichtet, will Görg in diesem Fall den Gläubigern Pläne für eine mögliche Zerschlagung vorstellen. Diese Präsentation wurde mit der Einladung an die Gläubigerversammlung versandt und liegt der FTD vor. Demnach sollen Sport- und Premiumhäuser bis Jahresende verkauft und alle anderen Filialen bis Ende Februar 2011 geräumt werden.
Vermieter von 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser ist das Konsortium Highstreet, hinter dem unter anderem die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank stehen. Innerhalb des Konsortiums gibt es FTD-Informationen zufolge zwei Hürden für die Zustimmung. Beide betreffen die sogenannten Mezzanine-Kapitalgeber. Sie haben eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital eingelegt und deshalb weder Sicherheiten noch Stimmrechte, erhalten dafür aber höhere Zinsen. Zudem hat jeder von ihnen ein Vetorecht, falls diese Zinsen - etwa durch Mietsenkungen - gekürzt werden sollen. Seit Mittwoch spricht nach FTD-Informationen deshalb der italienische Kaufhausunternehmer Maurizio Borletti gezielt Mezzanine-Geldgeber an, um sie zum Verkauf ihrer Kredite an ihn zu bewegen. Borletti war mit seinem erst vor wenigen Wochen eingereichten Gebot für Karstadt bei Görg abgeblitzt.
Optimistisch zeigte sich hingegen die Gewerkschaft Verdi, die für die Interessen der Karstadt-Beschäftigten eintritt. "Wir sind zuversichtlich, dass die Abstimmung in London so abläuft, wie sich die Beschäftigten das erhoffen", sagte die stellvertretende Gewerkschaftschefin Margret Mönig-Raane dem "Tagesspiegel" am Donnerstag.
Bild: ©www.flickr.com/erix!
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