Der Baltic Dry, der die Frachtraten für Schüttguttransporte misst, ist trotz der jüngst wieder gestiegenen Rohstoffpreise weiterhin im Sinkflug. Diese Woche fiel der Index auf ein Allzeittief von 662 Punkten, was in erster Linie am Überangebot an Schiffen liegt.
Der weltweit größte Schiffshändler Clarkson geht davon aus, dass die weltweite Schiffsflotte im Jahr 2012 um rund 14 Prozent steigen wird. Das zur Verschiffung anstehende Volumen soll dagegen nur um 3 Prozent zulegen. Im Dezember wurden 146 Schiffe für Schüttgüter ausgeliefert, was ein neuer Rekordwert war.
"Wir erwarten für dieses Jahr erneut Rekordauslieferungen bei den Schiffen, wie auch schon in den beiden Vorjahren. Deshalb sind die Frachtraten auch so niedrig. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nimmt weiter zu“, sagte Jeffrey Landsberg von Commodore Research gegenüber Bloomberg.
Die Aussagekraft des Baltic Dry-Index als Frühindikator für die Konjunkturentwicklung sowie für die Preisprognose bei den Rohstoffen sei daher derzeit begrenzt, so die Meinung.
Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.
Jens Lüders
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