Die „BRIC"-Story, die mit Brasilien, Russland, Indien und China die vier vom Potential her stärksten wirtschaftlichen „Aufstiegsländer" in die erste Liga bis zum Jahr 2050 umfasst, ist mehr denn je weiter intakt. Daran können auch die in Verbindung mit einer Überhitzung der chinesischen Wirtschaft zuletzt häufig geäußerten Bedenken nichts ändern. Dies stellte auch Goldman Sachs Chefvolkswirt und BRIC-Erfinder Jim O´Neill in einem „hauseigenen" Interview klar. So wurde mit einem Anteil von 16 bis 17 Prozent des Quartetts am globalen BIP bereits heute selbst das optimistische Szenario (zehn Prozent) übertroffen. Dieser Prozess dürfte seiner Meinung nach auch so weitergehen und „sämtliche Entwicklungen etwa fünf Jahre früher eintreten als von uns erwartet". China, das Deutschland als Export-Weltmeister längst abgehängt hat, dürfte auch Japan noch dieses Jahr als zweitgrößte Wirtschaftsnation ablösen, ähnlich wie Brasilien Italien. 2027 wäre dann 14 Jahre früher als prognostiziert der Abstand zu den USA aufgeholt und 2031 stünden die BRICs bereits auf einer Stufe mit den heutigen G7-Staaten.
Verschuldung warum nicht?
Nachdem sich die neuen „Giganten" seit der Krise immer mehr von den übrigen Staaten abkoppeln – „das Wachstum dürfte 2010 in China vermutlich über zehn Prozent dicht gefolgt von Indien liegen" – tritt als nächster Beschleuniger die riesige Inlandsnachfrage der großen Bevölkerungen auf den Plan. Dabei könnte sogar das Kernproblem der restlichen Welt, die hohe Verschuldung zumindest in moderater Form in den bislang nur gering belasteten BRIC-Staaten erst zum Schlüssel werden und mit einer Reduzierung der hohen Ersparnisse wie z.B. in China, das mehr als 2,4 Billionen US-Dollar an Devisenreserven und das Gros an US-Staatsanleihen hält, einhergehen.
Straffere Geldpolitik ein zweischneidiges Schwert
Den hohen Chancen stehen aber auch Risiken gegenüber. So weist Jim O´Neill auf die bereits deutlich gestiegenen Aktienkurse in den einzelnen Ländern hin. Dazu könnte auch eine straffere Geldpolitik wie bereits in China in Ansätzen zu sehen war, die Finanzmärkte belasten. Eine Lockerung sei allenfalls in Russland zu erwarten, dessen Hauptschwierigkeit in der starken Abhängigkeit von Öl und Energie besteht. Für Brasilien, dessen Wachstum für das nächste Jahrzehnt bei fünf bis sechs Prozent liegen könnte, sei es dagegen weiterhin sehr wichtig, die Inflationsrate und die staatlichen Ausgaben im Griff zu behalten.
Drei neue BRIC-Papiere mit Schutzfunktion
Zertifikate-Anlegern bieten die BRIC-Staaten mittlerweile eine Fülle an Investitionsmöglichkeiten, die von diversen Strukturen über verschiedene Basiswerte bis hin zu entsprechenden Währungs-Spekulationen reichen. Wer das Aktiensegment präferiert und das Thema komplett abhandeln möchte, findet aktuell drei Neuprodukte mit Ganz- oder Teilschutz. Die fünfjährige, noch bis 26. März zeichenbare Vontobel-BRIC-Anleihe auf einen aus 20 Titeln bestehenden Basket richtet sich an den sicherheitsorientierten Anleger, der auf einen vollständigen Kapitalschutz zum Laufzeitende Wert legt. Der zugrundeliegende Kupon-Mechanismus ermöglicht jährlich eine Auszahlung, die dem Durchschnitt der Wertentwicklung der Korbbestandteile gegenüber dem Startniveau entspricht, wobei Verluste maximal bis zehn, Gewinne aber nur bis sechs Prozent in die Berechnung eingehen. In jedem Fall wird ein jährlicher Mindestzins von einem Prozent gewährt.
Armin Geier,
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