Kronberg (BoerseGo.de) - Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die US-Ratingagentur S&P um zwei Stufen machen deutlich, dass die Staatsschulden nur eines von vielen drängelnden Problemen des Landes sind. Zu dieser Einschätzung kommt Tristan Cooper, Analyst für Staatsanleihen bei Fidelity Worldwide Investment, in einem aktuellen Marktkommentar. Die größte Sorge gelte demnach nicht der Staatsverschuldung. Diese bleibe nach wie vor unterhalb des Durchschnitts innerhalb der Eurozone. "Wir haben eher die gefährliche Mischung aus hoher Arbeitslosigkeit und einem sehr hohen Haushaltsdefizit mitten in einer tiefen Rezession im Blick. Das lässt der Regierung wenig Raum für große Schritte zu einer Haushaltskonsolidierung und wird das Land für einige Zeit Liquiditätsrisiken aussetzen", erläutert Cooper.
Die revidierten Wachstumsannahmen Spaniens von S&P erscheinen für den Analysten immer noch sehr optimistisch. "Die Unklarheit über die tatsächlichen Verbindlichkeiten der spanischen Banken bleibt eine Hauptsorge", schreibt Cooper. Spanien habe die Banken zunächst angehalten, ihre Bilanzen selbst zu reparieren, bevor der Staat Geld in den Sektor pumpt. "Das Ende dieses Wegs könnte aber jetzt, wo die spanischen Banken an ihr Limit kommen, erreicht sein. Eine Entscheidung bezüglich der Bankenunterstützung wird sehr schnell fällig werden. Ebenso der Ruf nach EU-Hilfen", schließt Cooper seinen Kommentar ab.
Sebastian Weber,