Angst vor Konjunktureinbruch - DAX knickt ein

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Marktberichte (Trackbox: Intraday Marktkommentierung) | Datum: 21.11.2011

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DJ XETRA-SCHLUSS/Angst vor Konjunktureinbruch - DAX knickt ein

FRANKFURT (Dow Jones) - Mit einem kräftigen Kursrutsch von über 3% hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montag aus dem Handel verabschiedet. Schlechte Wirtschafts-Nachrichten aus allen Winkeln der Erde überschütteten den Markt. Von China über die USA, Singapur und Deutschland gab es nichts Gutes zu berichten. Die hausinternen Probleme der Eurozone belasteten zudem. Einzelnachrichten zu Unternehmen spielten in diesem Umfeld keine Rolle. Der DAX brach um 3,3% oder 194 auf 5.606 Punkte ein. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 177,6 (Freitag: 153,5) Mio Aktien im Wert von rund 3,28 (Freitag: 3,14) Mrd EUR.

Auf die Stimmung drückte vor allem China: Dort hat Vizepremier Wang ungewohnt deutlich vor einer langanhaltenden "globalen Rezession" gewarnt. "Bisher war immer nur von leichtem Abschwung die Rede", so ein Händler. In Japan fiel der Export im Oktober deutlich stärker als erwartet, das für den internationalen Transport wichtige Singapur rechnet mit einer nachhaltigen Wirtschaftseintrübung. In Deutschland senkte die Bundesbank ihre Wachstumsprognose drastisch: Sie rechnet im Jahr 2012 nur noch mit einem Wachstum von 0,5% bis 1% nach zuvor noch 1,8%.

Auch aus Euro-Land gab es nichts Gutes: Enttäuscht zeigten sich Händler bei der Reaktion spanischer Anleihen auf das Wahlergebnis. Sie stabilisierten sich nicht nach dem Wahlsieg der konservativen Volkspartei. Die Renditen spanischer zehnjähriger Anleihen sprangen auf 6,55%.

Daneben vermeldete die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Käufe von Anleihen der europäischen Problemländer in der vergangenen Woche mit 8 Mrd EUR gegenüber der Vorwoche fast verdoppelt zu haben. In Belgien könnte auch der letzte Versuch einer Regierungsbildung scheitern, in Spanien musste die Notenbank eine Regionalbank zwangsweise übernehmen. Auch Griechenland belastete weiter das Sentiment, nachdem sich ND-Parteiführer Samaras weigert, das von IWF, EU und EZB geforderte schriftliche Bekenntnis für die nötigen Reform- und Sparmaßnahmen bis zu den Neuwahlen abzugeben. Damit ist die Auszahlung einer weiteren Hilfs-Tranche weiter unsicher.

Aus den USA drückten Nachrichten zur Verschuldungslage. Dort steht die sogenannte "Super-Kommission" bei der Suche nach Einsparungen in Höhe von 1,2 Bill USD vor dem Scheitern. Die Zeit für eine Lösung droht auszugehen: Angesichts des "Thanksgiving"-Feiertages am Donnerstag endet die Woche praktisch am Mittwoch.

Konjunkturzykliker waren die Hauptverlierer der Warnung aus China: Unter anderem verloren HeidelbergCement 6,3%, BASF 3,2% und ThyssenKrupp 5,9%. Lufthansa gaben trotz des Plans längerer Arbeitszeiten um 3,8% auf 8,62 EUR nach. Auch die zyklischen Autowerte büßten deutlich ein: MAN fielen um 5,9%, VW um 5,8%, Daimler um 3,9% und BMW reduzierten sich um 4,2%.

Deutsche Bankenwerte gaben mit dem europäischen Sektortrend und einem negativen Kommentar von Moody's zum deutschen Finanzsystem nach. Deutsche Bank verloren 4,9% auf 25,64 EUR, Commerzbank 6,8% auf 1,35 EUR und im MDAX die Aareal Bank um 8,3% auf 11,46 EUR.

Beiersdorf hielten sich mit einem Abschlag von 1,5% auf 40,64 EUR vergleichsweise gut - das Unternehmen will die operative Marge in Richtung 16% erhöhen. K+S konnten nicht von der Hoffnung auf eine höhere Dividende profitieren und fielen um 3,5% auf 38,24 EUR. Bayer gaben um 3,8% nach auf 44,39 EUR, obwohl die US-Behörden ein Augenmedikament zugelassen haben.

Im MDAX standen Konjukturzykliker aus Bau, Maschinenbau und Medien ganz oben auf der Verliererliste. Continental, Sky, Hochtief, Rheinmetall, Gildemeister und andere hatten Verluste zwischen 5% und 7% zu verzeichnen. Im TecDAX setzten vor allem Solarwerte ihre Baisse fort und fielen zwischen 6,2% wie Solarworld bis zu knapp 11% bei centrotherm.

DJG/mod/ros

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Bild: ©www.boerse-stuttgart.de

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