Wir erachten die Rentenmärkte aktuell als recht teuer. Nicht nur sind die Leitzinserwartungen mehr als moderat eingepreist, auch die Realrenditen am längeren Ender der Kurve sind massiv gefallen. Auch wenn vom diese Woche anstehenden Fed Meeting keine direkten Gefahren ausgehen, bleiben wir dennoch vorsichtig und empfehlen leichte Durationsuntergewichtungen. Für die Peripheriemärkte innerhalb der Eurozone bleiben wir allerdings freundlich gestimmt. Die Renditeabstände zu Bunds dürften weiter abschmelzen - vor allem bei Kurzläufern.
Overnight News
• Am Wochenende brodelte in der Presse die Gerüchteküche, dass diese Woche über eine Rettung Griechenlands entschieden werde. Danach soll ein Rettungspaket von
€25Mrd. bilaterale Kredite, Garantien oder eine EU-Anleihe beinhalten. Später schlossen der deutsche und der französische Finanzminister eine Entscheidung in dieser Sache für heute und morgen aus.
• Laut deutschen Medienberichten erwägt die Regierung, dass ein EWF mit Goldreserven unterlegt wird.
• EZB-Präsident Trichet sagte, es sei unwahrscheinlich, dass die EZB das Rahmenwerk für ihre Geschäfte von vor der Krise ändern werde, sie müsse jedoch die Frage der Sicherheiten behandeln. Mit Blick auf den EWF sagte er, dieser erfordere „strenge Konditionen“.
• EZB-Ratsmitglied Nowotny sagte, einige Regierungen könnten vor einer „Schuldenspirale“ stehen.
• Chinas Ministerpräsident Wen sagte, er sei weiterhin besorgt um den Wert Chinas US-denominierter Vermögenswerte und wolle diese diversifizieren. Er wies Forderungen nach einem stärkeren Yuan zurück.
• US-Treasuries haben gegen Handelsschluss in New York angezogen und blieben in Asien unterstützt. US-Aktien haben neutral geschlossen, Asien notierte gemischt bis niedriger. Der EUR hat in Asien Gewinne abgegeben. Der Rohölpreis ist unter US$81 gesunken.
Was teuer ist kann billiger werden!
Während die Märkte - vor allem in Europa – sich auf die Diskussionen um Griechenland, CDS Spekulationen und den möglichen Einflüßen des EMF konzentrieren warnen wir, dass der Fokus in der/den kommenden Woche(n) eher woanders liegen dürfte. Das Hauptereigniss in dieser Woche wird zweifelsohne das FOMC Meeting werden. Sicher, wir gehen fest davon aus, dass sich in der Wortwahl (und im Leitzinssatz) nichts gravierend ändern wird. Dennoch, der Markt ist nervös geworden, was man auch daran sieht das gerade die Futures für die 2j. Anleihen in Europa und in den USA unlängst ihre lange anhaltende Rally beendet haben. Wir weisen außerdem weiter darauf hin, dass wir die aktuellen Bewertungen am Markt als recht teuer erachten. So wird zum Beispiel der EONIA Tagesgeldsatz, welcher aktuell noch bei 0.33% notiert.
nicht vor Feb./März 2011 wieder auf den EZB Zinssatz von 1% gesehen. Auch die Realrenditen in den Bundesanleihen sind bis zum 10j. Bereich der Kurve nahe 0%. Alles deutet darauf hin, dass die Luft nach oben sehr dünn und das Risiko nach unten nicht zu unterschätzen ist. Wir bleiben dabei: Im Zweifel dürften sich die Anleihemärkte schwer tun und wir raten seit ca. 2 Wochen zur moderaten Durationsuntergewichtung in den USA und den Kernländern Europas und zu shorts im Bund Future. Die sollte, ceteris paribus, auch etwas Druck auf die Kurvensteilheit auslösen. Allerdings sehen wir hier in den USA deutlich größere Gefahren/Potential als in der Eurozone.
Was die europäische Peripherie angeht, sind wir allerdings freundlicher gestimmt. Die vergangenen zwei Wochen haben gezeigt, dass die Anleger bereit sind nicht nur Griechenland, sondern auch anderen Staaten in großem Stile weiter Geld zu leihen. Dies stimmt uns zuversichtlich, dass vorrübergehend das schlimmste ausgestanden ist. Wir raten neben der oben angesprochenen Durationsempfehlung außerdem weiterhin zu Käufen in den gebeutelten Peripherieländern. Dies dürfte auch von der Auktionstätigkeit diese Woche unterstützt werden, wo vor allem Deutschland und Frankreich das Gros des Angebots stellen wird. Insgesamt, erachten wir vor allem das kurze Ende der Peripheriekurven als besonders attraktiv.
Quelle: Commerzbank
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Achtung: Die (Zins)risiken nehmen zu!
Kategorie: Anleihe-News | Datum: 15.03.2010
Bild: ©iStockphoto.com/Nikada
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Laut Hedge-Fonds-Legende George Soros geht die in der Schuldenkrise von der EU verordnete Sparpolitik genau in die falsche Richtung. Führt Angela Merkel die Eurozone in eine Depression?
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